Wortpuzzle

Ein Gedanke, ein Buchstabe, ein Wort, ein Satz, gesucht, gepuzzlet, versinnt, geordnet ...






Sehnsucht

… und dann entgleite ich mir
In andere Welten
Bin ich nicht mehr hier
Bin ich befreit
Vom berstenden Druck
Schwebe so unbeschwert
In meiner Unendlichkeit …

© HB 20


zum nächsten Gedicht






















Reisefertig

Fenster verschlossen
Türen verrammelt
Schlüssel vergessen -
Zurück nicht möglich
Mit schnellen Schritten
Bin ich auf dem Weg
In mein neues Land

© HB 20


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Alte Wege

Und wieder
Führt mein Weg
Über vertraute Berge
In das ewige Eis
Zu dem alten Punkt
Unendlicher Kälte
In gesuchter Wärme

© HB 20


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Es geschieht

Kein Erkennen
Der Phasen
Das Älterwerden
Geschah unbemerkt
Das Leben
Verkleidet sich.

© HB 20


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Endlichkeit

Graue Abende
Münden in Endlichkeiten
Umgeben von hohen Mauern
Herzklopfender Resignation.

© HB 20


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Verweht

Der dauernde Wind
Verweht die Worte
Finden keinen Halt
Und verirren sich
Im alltäglichen Sturm.

© HB 20


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Ausgeliebt

Und niemals mehr
Trank die dürstende Seele
Vom Champagner
Der Leidenschaft
Nichts kann perlen
In sterilisierender
Erinnerung.

© HB 19


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Haltsuche

Gefühle fliehen
Durch alle Ebenen
Gedanken hilflos
Haltlosigkeit
Klarheit vergraben
Unter dem Schleier -
Tränen zu Lachen
Lachen zu Tränen

© HB 19


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Gedankenschlag

Berstende Gedanken
Selbstzerstörend
Explodieren
Vor dem Aufprall
Zu Myriaden
Bunter Sterne

© HB 19


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Ich gehe
Immer weiter
Durch meine Zeit
Barfuß durch Dornen
Kraftlos über Berge
Und gehe
Immer weiter
Hin zu meinem Ziel
Am Nebelende

© HB 19


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Ist er's?
- Nach Mörike -

Des Frühlings blaues Band
Braun vertrocknet
Leere Lüfte flimmern
Ahnungsvoll streife ich
Durch das eisige Land
Harfenton unhörbar
Frühling, bist du's?
Kann dich nicht vernehmen.

© HB 19


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Rosenmeer

In der Nacht gleite ich
Durch mein Rosenmeer
Träume mir die Taube
Mit dem ölzweig
Zum Greifen nah -
So durchnäßt
Der Morgen

© HB 19


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Phönixdämmerung

Einstürzende Mauern
Steine prasseln herab
Absorbierende Dunkelheit
In der zugigen Ruine
Mein Phönix verlischt
Im Endgültigen.

© HB 19


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Ausklang

Langsam schleicht sich
Der hitzige Tag
Aus der Helligkeit
In die blaue Stunde
Angenehmer Kühle
Am Himmel Sterne
Lachende Augen
Des Vergangenen
Spiegeln sich im Wein.

© HB 18


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Treibdurst

Und ich stehe
an der Quelle
des Banalen.
Abgestanden
das Wasser
untrinkbar fad.
Und ich laufe
den Fluss entlang.
So durstig.

© HB 18


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Wünsche

Auf dem Tisch
die Abrechnung
für das was schon war.
In der Post
die Bestellung
für das was noch soll.

© HB 18


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Atlantis

Und sie lachen
Und sie schlemmen
Und sie hören nicht
Leise im Hintergrund
Die Lieder von Atlantis

© HB 18


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Kinderreich

Auf der Straße
Fremde Kinder
Sie sehen mich nicht
Ich rufe sie nicht
Regiere mein Reich
So hoch die Mauern
So schwer die Steine
So leicht mein Kind

© HB 18


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Vorwärts

Die Füße fest
Auf dem Nichts
Vorwärts
In die Dunkelheit
Wo die Schreie warten

© HB 18


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















WortBlüten

Jedes Wort
Trägt das Recht
An sich
In sich
Jedes Wort
Ein Trieb
Der Freiheit

© HB 18


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Wenn du bald kommst
Flechte ich dir
Eine Krone
Aus roten Rosen
Tausend Blumen
Verblühten
In der Zeit.

© HB 17


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Flüchtig

Moment
Der Ruhe
Gleichklang
Von Körper
Und Seele
Moment
Des Friedens
Im Augenblick

© HB 17


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Stille

Am Anfang
ist Stille
und Atmen.
Der kleine Stern
am Horizont
wächst aus Ruhe
zur Erkenntnis.
Und zerfällt
am Ende
der Stille.

© HB 17


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Gedankenstock

Gedanken
Erscheinen
Führungslos
Aus dem Nichts
Bienenschwarm
Ohne Königin
Unaufhaltbar
Summend

© HB 17


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Unerwünscht

... und es dreht sich
immer weiter im Kreis
weiter immer weiter
dreht es sich schneller
Ausstieg zur Langsamkeit
zum Preis der ächtung ...

© HB 17


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Unerhört

Sie gaben mir ihren Namen
Sie gaben mir ihre Kleidung
Ich sagte Nein -
Sie hörten nicht.
Sie gaben mir ihre Regeln
Ich sagte Nein -
Sie hörten nicht.
Sie gaben mir ihren Glauben
Ich sagte Nein -
Sie hörten nicht.
Sie gaben mir ihre Bildung
Ich sagte Nein -
Sie hörten nicht.
Sie gaben mir ihre Meinung
Ich sagte Nein -
Sie hörten nicht.
Sie hatten nur ihre Münder
Keine Ohren.
Ich fror in ihrer Wärme.
Sie gaben mir ihr Leben -
Ich gab es ihnen zurück.

© HB 17


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Existenz

Alles was ist
ist in Gott.
Eingebettet bin ich
in die Göttlichkeit.
Unendliches Leuchten

© HB 17


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Ausgeleert

Mein Kopf so leer
Die Beine taub
Alle Gedanken
Sinnlos konfus
Führen hin zu
Maroden Zielen.

© HB 17


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Traumende

Die süßen Träume
Enden im Morgengrauen
Mit dem ersten Hahnenschrei
Legen sich lächelnd zur Ruh
Bis zur nächsten Tagesnacht.

© HB 17


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Vernarbt

Und das Herz schlägt weiter
Mit all seinen Narben
Pulsiert Wärme
In die Kälte.

© HB 17


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Sternfrager

Sterne am Himmel
Dieser klaren Nacht
Seid Ihr die Augen
Atmender Hoffnung?
Seid Ihr die Träume
Nebliger Nächte?
Seid Ihr die Trauer
Der Vergeblichkeit?
Seid Ihr das Leuchten
Des Immer Wieder?

© HB 17


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Ausgeträumt

Der alte Traum
Atmet nicht mehr
Myriaden
Scheinbarer Erfüllung
Ließen ihn vergehen.

© HB 16


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Vergessen

Die Musik
Spielt nicht mehr
Kühle Regentropfen
Verharren in der Luft
Kein Windhauch vertreibt
Die Hitze der Stille
Und nur die Spinne
Ist in Bewegung
Verwebt immer weiter
Das Unheilvolle
Mit dem Garn
Der Lethe.

© HB 16


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Eigentum

Meine Gedanken
Sind mein Schatz
Golden glänzend
In der Schatulle
Meines Ich.

© HB 16


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Müde Augen
starren vorbei
an den Farben.
Grau die Blindheit
der Gedanken
des wie immer.

© HB 16


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Zusammenhanglos

Schöne Worte
Verblassen
Im Tagesgrellen
Irrlichtern
Leuchtlosen
Glühwürmchen gleich
Zusammenhanglos
Durch die Zeit

© HB 16


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Refugium

Ich betrete mich
Über die Schwelle
Meiner Selbst
Sitze an meinem
Festlichen Tisch
Süßer Getränke
Feiner Speisen
Und genieße.

© HB 15


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Der Gast

Ungebeten
Gleitet er
Durch den Raum
Immer öfter
Verleugnet
In Gewissheit.

© HB 15


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Richter

Ohne zu fragen
Kommen Sie
Mich auszufragen
Unschuldig
Mich schuldig
Zu sprechen.

© HB 15


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Vaterland

Die Musik
Der Dämmerung
Der Sänger
Die wir schufen
Fließt herein
Durch die Scharten
Verbreitet sich
Unaufhaltsam.

© HB 15


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Seine Eminenz

Die graue Eminenz
der tausend Jahre
verliert ihre Macht
durch Erkenntnis.
Gefangenschaft mutiert
zum offenen Raum
Farblosigkeit zum
bunten Mosaik.

© HB 15


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Freie Schönheit

... und ich fühlte mich reif
pflückte mich aus dem Baum
ließ mich fallen in weiches Gras
laufe durch blühende Gärten
im frühlingshaften Spätsommer
ungeblendet von milder Sonne.

© HB 15


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Unschuld

Inmitten
Verwilderter Gärten liegt
Verhüllt vom schwarzen Nebel
Vergessen das weiße Schloß
Verrammelt die Eingangstür
Verwittert das Gemäuer
Vermauert alle Fenster
In Erwartung des Prinzen.

© HB 15


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Abschied

Leise schließe ich die Tür
rostiger Vertrautheit
vergrabe den Schlüssel
der Erinnerung
blind unter Blumen
spitzer Dornen.

© HB 15


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Hieroglyphen

Die Wände
Meines Herzens
Eng beschrieben
Mit unbekannten
Hieroglyphen
Unübersetzbare
Unleserlichkeit.

© HB 15


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Der letzte Meter

Das Ziel
Zum Greifen nah
Liegt verhangen
Hinter Büschen
Über quälende
Dornen führt der
Letzte Meter

© HB 15


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Bodenlos

Die Kinder
des Ikarus
flohen zur Sonne.

Verlassen liegt
die weiße Stadt
im Mondenschein.

© HB 15


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Sturmlos

Gänzlich unbesorgt
Treibe ich
Auf klarem Wasser
Die Stürme
Können meinen Fluss
Nicht kräuseln.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Durchschritten

Die Distanz
des einen Schrittes
öffnet die Fesseln.

Hinter dem Kreuz
leuchtet der Weg
der Allgöttlichkeit.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Sodoms Errettung
(Die ungezählten Gerechten)

Und die zwei Engel
Kamen nach Sodom
Am Morgen
Ehrten die Töchter
Des sündigen Lot
öffneten die Augen
Der Männer aus Sodom
Und es regnete
Licht und Freude
Vom Himmel
Und die Salzsäule
Tanzte erlöst
Zurück nach Sodom.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Unerwartet

Das was kam
Kam plötzlich
Schwarzer Regen
Aus Sonnenschein
Wolkenverhangen
Regenbogenlos
Blieb der Sonnentag.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Weltende

Die Welt
ging zu Ende
in dieser Nacht
altvertrauter
Feuersbrünste.

Die Asche
weht verglüht
in den kalten Tag.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Meine Arche

Ich ließ mich nicht locken
in den goldenen Käfig
der Alternativlosigkeit.
Baute ein stolzes Schiff
aus Alternativen
und gleite dahin
auf weiter See.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Abgang

Die Ouvertüre
wandelt sich unbemerkt
zum großen Finale.
Die Töne verklingen
im endlichen Applaus
des letzten Vorhangs.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht
























Nachtspaziergang

Im Mondschein dieser Nacht
öffne ich mein Schatzkästchen
Nehme meine Hoffnung
Leuchtende Schimmernde
Führe sie aus in die Welt
Süßer Begehrlichkeiten
Und lege sie zurück
Im Morgenschimmer.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Kriegsworte

Worte formulieren
Die Begründung
Sterben im Wahrheitsgrab
Waffen sprechen
Mit Leid und Tod
Worte werden erweckt
Sprechen schön
Nie wieder
Die nächste Begründung
Bereits formulierend.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Alles ist

Wissen ist Glauben
Glauben ist Wissen
Nichts ist Alles
Alles ist Nichts
Die Deutung des Wesentlichen
Schimmert golden
Im Verborgenen.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Dekadenz

Zügellose Bereicherung
am geliehenen Paradies.

Kein Sehen
der letzten Früchte
entlaubter Bäume.

Alle Limits
überschritten
süßer Honig
verbittert.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Osteropfer

Gott sprach
Von Licht und Liebe
Doch es wurde Nacht
Und es wurde Angst
Und der Glaube schwand
In der Erkenntnis
Grausamer Liebe.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Vollendet

Der Abschied
Kam leise.
Gesagte Worte
Gehen und bleiben
Zwischen
Diesseits
Jenseits
In Allem.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Auswanderung

Mein Dorf ist verwaist
Die Häuser verlassen.
Es gingen Glück
Und Zuversicht
Glaube und Wissen.
Es blieb
Ein glimmender Funken
In der kalten Schmiede.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Durchbruch

Die Hände
Stemmen sich
Gegen die Wellen
Das Meer teilt sich
Aus eigener Kraft
Macht den Weg frei
Zum Irgendwoland.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Getrieben

Die Winde
Des Müssens
Wehen Papphäuser
Des Wollens
Vor sich her.

Luftraubender
Realitätsorkan
Alternativloser
Angeblichkeit.

zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht


© HB 14






















Reisebereit

Mein Schiff liegt
seit tausend Tagen
ideenbeladen
im Hafen.
Winde zu schwach
für den weiten Weg
zum nahen Meer.

© HB 14


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Geopfert

Die Freiheit ausgezehrt
Bis auf die Knochen
Wortreich vernichtet
Von ihren Beschützern
In ihrem Namen.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Alte Geister

Aus dem Verdrängten
summt das Gelächter
der alten Geister.
Hase und Igel
zu jeder Zeit
an jedem Ort.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Eigenständig

Und auch dieser Tag
Wabert aus dem Licht
In die blaue Stunde
In die Dunkelheit
Gegenwart entgleitet
Zur Vergangenheit.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Das Gefühl

Es bleibt flüchtig
kaum wahrnehmbar.
Findet nicht den Weg
durch den vor langem
geschmiedeten Panzer.

Keine fremde Wärme durchdringt
die selbst gewählte Kälte.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Vermeintlich

Die schönen Worte
Liegen im Sarg
Nutzbringender
Realität -
Wurden begraben
Vor ihrer Geburt.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Rückweg

Ich drehe mich um
Gehe langsam zurück
Durch die Dunkelheit
Auf mich zu ...

Gemeinsam fangen
Wir das Licht.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Oberflächlich

Alle Wege sind frei
Doch da sind keine Ziele
Alle Worte sind frei
Doch da sind keine Ohren.
Alle sind frei
Im Irgendwo.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Webstuhl

Der Webstuhl
Des Immerweiter
Webt ohne Unterlass
Starke Fäden
Fadenscheinig
Kein Kleid wird je fertig.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Trümmer

Die Mauer eingerissen
mit bloßen Worten.
Ohne Kelle und Mörtel
verstört in Trümmern
dieser einen Sekunde.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Tag der Asche

Sehend übertrete ich
Meine rote Linie
Flammen versengen
Meine irrenden Füße
Ich hocke im Dunkel
Meiner Deutungssuche.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Wachkoma

Dieser Tag
Ohne Ende
Nichts kommt
Nichts geht
Enervierende
Wachsamkeit
Im Dauerlicht.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Spinnereien

Dieser Tag
Spinnt seine
Unsichtbaren Fäden
In der Nacht
Zum Traumnetz aus Dornen -
Spinnt Fesseln
Für den kommenden Tag.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Einsamer Wanderer

Schwarzes Lagerfeuer
In verschneiter Steppe
Der einsame Wanderer
Kauert am kalten Feuer
Feucht gewordene Träume
Erzeugen beißenden Rauch.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Spielende

Der letzte Jeton
Fällt auf das Tableau

Rien ne va plus

Unerbittlicher Croupier
Die Kugeln laufen
Ohne Erwartung

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Gottlos

Mein Garten Eden
verborgen hinter
tosenden Wellen.

Nach ewigen Jahren
zweifelnder Hoffnung
teile ich das Meer
mit meinem Willen.

© HB 13


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Nächte

Ich darf nicht schlafen
zwischen den Tänzen
meiner Tage.
Der Rhythmus
vibriert.

© HB 12


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht























Subtil

Liebliche Blumen
ritzen diskret
mit ihren Dornen
feine Wunden
in das Vertrauen.

© HB 12


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Nur kurz

Die Unschuld des
Blauen Morgen
Verging mit dem
Hahnenschrei.

© HB 12


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Die letzte Rose

Die letzte Rose
ging mit der Zeit.

Von dem was war
blieben Ruinen
für die Gegenwart.

Wilder Efeu rankt sich
um das Mauerwerk

© HB 12


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Grenzlosigkeit

Das Vaterland -
Morsche Stütze
Schwacher Beine
Geboren aus Zufall.
Fremdgesteuerte
Blicke enger Grenzen.

© HB 12


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Aufbruch

Ich packe
Mein Lachen ein
Meine Träume
Meine Zweifel.

Hinterlasse
Ein letztes Wort
Und breche auf
Nach überall.

© HB 12


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Unerhört

Die Rufe
des Kindes
bleiben unerhört.
Der Erwachsene
darf nicht hören
auf sein lange
vergessenes Kind.

© HB 12


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Nachtvision

Kämst du zum
Fenster herein
In dieser Nacht
Ich würde dir
Eine Krone
Flechten
Aus Sternen
Golden
Wie der Mond.

© HB 12


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Kleine Blüte

Die kleine Blüte
öffnet sich nicht
Bewahrt ihre
Schöheit
Für sich selbst.

© HB 12


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Wurzelsuche

Auf meinen
Erwachsenen Armen
Trage ich Mich
Weinendes Kind
Mit tastenden Schritten
Verkratzter Seele
Durch verdorntes Unterholz

© HB 11


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Sternenasche

Mein Feuer war verglüht
In resignierter Stille
Graukalte Asche verklebte
Entzündete Augen.

Ich hielt sie in den Wind
Und wehte sie frei
Fand den schmalen Weg
Zur Morgensonne
Der Entflammung.

© HB 11


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Versprechungen

Auf dem weiten Meer
Der Versprechungen
Treibt am Tag
Der Erfüllung
Nur ein Wrack
Aus faulem Holz.

All die Worte
Versunken
Im Meer.

© HB 11


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Immersturm

Es gibt
Keine Ruhe
Nach dem Sturm.

Orkane ziehen
Ihre Befugnis
Aus sich selbst.

Rotieren und rotieren.

© HB 11


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Samt und Seide

Und ich war
Eurer Kleider
So müde.

Mein Spiegelbild verließ
Mich schon vor langer Zeit.

Endliches Lamento
Verwoben in
Neue Kleider.

Bin nun
Mein eigener Schneider
Vor goldenen Spiegeln.


© HB 11


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















So schnell

Gerade noch war endlich Frühling
War endlich Wärme
War endlich Klarheit.

Und da ist schon wieder Herbst
Ist wieder Kälte
Ist wieder Nebel.


© HB 10


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Marionette

Die Marionette
löste ihre Fäden
Im bigotten Applaus.

Das Publikum
verließ den Saal
kettenrasselnd.


© HB 10


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Eure Kriege

Ich vergab Euch
Eure Kriege.

Gewährte mir Asyl
In meinem Selbstsein.

Eure stumpfen Waffen
Klirren nur noch leise
Aus einer fremden Welt.

© HB 10


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Hüllenlos

Einen Moment
Erkannte ich
Das Paradies.
Hüllenlos
Im Zauber des
Wesentlichen.

© HB 10


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Mein weißes Klavier
(nach Else Lasker-Schüler)

Vor mir mein weißes Klavier
Leuchtet im Lichte der Zimmertür
Obwohl die Welt verrohte.

Sternenhände zwei spielen engelgleich
Auf der geretteten Klaviatur.

Mich tragen weiße Lieder
Und die Mondfrau tanzt dazu.

Den erstarrten Ratten im Geklirr
Bleiben nur die bitteren Brote.

© HB 10


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Ausbruch
(In Anlehnung an 'Der Panther'
von Rainer Maria Rilke)


Geräuschvoll hebt sich der
Vorhang der Pupille:
Sein Blick ist wach geworden
Durchbricht die tausend Stäbe.

Ein aufflammender Wille
Tanzt über den Regenbogen
Einer unbekannten Welt -
Hat im Herzen begonnen zu sein.


© HB 06


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















An die Parzen
- Nach Hölderlin -

Nun gönnt, ihr Gewaltigen,
Mir diesen einen Sommer noch:
Einmal nur die süßen Früchte
Unbekannter Spiele schmecken.
Zurück schwebe ich in den Herbst
Mit seinen reifen Gesängen
In die Stille meiner Schattenwelt.

© HB 07


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Anders

Seltsam klar ist dieser Abend.

Alles Bekannte scheint so fremd -
Ruinenhafte Hütten
Leuchten im goldenen Licht
Erstarrte Pfützen sprudeln
in lebendige Teiche
Abgeschlossene Wege
führen zur Seidenstraße -
Alles Arme scheint blühend reich.

Seltsam klar ist dieser Abend.

© HB 10


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Mobile

Da sind Lieder
Da ist Trauer
Ganz plötzlich
Aus dem Nichts
Ganz plötzlich
Geht die Trauer
Macht Platz für
Die Lieder
Aus dem Nichts
.....

© HB 09


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Da war

Da war ein Haar
Und doch nicht
Da war Wärme
Und doch nicht
Da war Nähe
Und doch nicht
Da war Alles
Und doch Nichts.
Da war die Nacht
Und wurde Tag.

© HB 09


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Neue Heimat

Mein Löwenzahn
Der frühen Tage
Blüht nicht mehr.

Alle Wiesen versteinert
Wilder Samen wurzellos
Von Winden getrieben
Zu neuer Fruchtbarkeit.

© HB 09


zum vorherigen Gedicht  zum nächsten Gedicht






















Inexistent

Die Mulde im
Kissen neben mir
Von Träumen gedrückt.
Die Wärme schwindet
Im Morgengrauen.

© HB 08


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